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Bericht zur Arbeitsübung 2018

Von: Hartmut Simmert

Abseilen mit Korbtrage Foto: Marko Förster

Schumannrettung Foto: Marko Förster

Transport im schweren Gelände Foto: Marko Förster

Abseilen mit Korbtrage Foto: Thomas Albert

Teilnehmer des Übungswochenendes Foto: Thomas Albert

Komplexübung Foto: Thomas Albert

Jedes Jahr führt die Bereitschaft Dresden vor Beginn der Dienstsaison neben einem rein medizinisch orientierten Wochenende auch eine Arbeitsübung durch. Diese hat vorwiegend die technischen, kommunikativen und organisatorischen Aspekte der Bergwachtarbeit zum Gegenstand.

Auch diesem Teil der Ausbildung geht natürlich eine entsprechende Vorbereitung voraus: Neben der umfangreichen Ausrüstung sowie der Unterkunft und Verpflegung sind auch die Übungsplätze im Gelände, die notwendigen Genehmigungen usw. zu organisieren - eine enorme Arbeit, wenn ca. 30 Bereitschaftsmitglieder der unterschiedlichen Ausbildungsstufen gemeinsam üben wollen. Dazu kamen noch fünf Kameraden vom THW aus Pinneberg, die sich unsere Rettungstechniken anschauen wollten und natürlich ihre eigene Ausrüstung und Methoden demonstrierten.

So vorbereitet trafen wir uns am Freitagabend in der SBB-Hütte im Bielatal. Die erste Besonderheit dieser Übung: Es hatte geschneit und es sollte noch weiter schneien und die Temperatur fiel auf unter - 5°C. Und so sollte es das ganze Wochenende gehen. Die Sommerrettung wurde zur Winterübung. Aber alle Kameraden waren vorbereitet, hatten entsprechend warme Sachen dabei und die Unterkunft war gut geheizt. Noch am Abend gab es dann die Absprache zwischen den Ausbildern für die kommenden beiden Übungstage, die Aufgabenverteilung und die Zuordnung weiterer Aufgaben. Hans-Jörg „Ottl“ Otto, ein nicht mehr aktiver Bergwächter und Erika hatten in dankenswerter Weise die Küche übernommen, so dass sich auch jeder wohl fühlen konnte.

Am Samstagmorgen reiste der Großteil der Kameraden an, bezog das Quartier und machte sich mit den nächsten Aufgaben vertraut. Es hatte über Nacht weiter geschneit und es war kalt. So ging die Einweisung für den Ablauf der Samstagübungen schnell, die Ausbilder übernahmen für ihre Stationen das Material und dann ging es in den Rosengarten im Bielatal, der uns für die unterschiedlichsten Übungen zur Verfügung stand.
Eine Neuerung in diesem Jahr: Es sollte nicht mehr nur einen Kreisbetrieb mit den verschiedenen Stationen geben, die jeder Kamerad nach Zeitplan einmal durchläuft, sondern jeder sollte seinen eigenen Übungsbedarf artikulieren und an die entsprechende Station gehen, sich ggf. weitere Kameraden suchen und dann dort so lange unter der Betreuung von Ausbildern üben, wie er es für notwendig hielt.
Das kann bei einem zu absolvierenden Pflichtprogramm für die Teilnehmer im Chaos enden, aber unser Ausbildungsleiter Jost ging bei seinen Überlegungen davon aus, dass es für jeden Kameraden besser sei, das zu üben, was er selbst für wichtig halte und dass die Ausbilder in der Lage seien, darauf zu reagieren.
Das hätte also zunächst auch dazu führen können, dass eine Station nicht besucht würde und an einer anderen Station sich eine Schlange bilden würde. Aber die Rechnung ging trotz der widrigen Witterungsbedingungen auf. Sehr schnell konnten die Ausbilder so erkennen, wo offensichtlich der meiste Übungsbedarf besteht und dementsprechend wurden die Stationen besetzt.
Die Mittagspause mit den vorbereiteten Verpflegungsbeuteln war kurz, denn alle wollten sich schnell wieder bewegen. Da die Kälte dann trotzdem langsam in die Glieder fuhr, wurde am späten Nachmittag eingepackt und es ging zurück in die Hütte.
Nach kurzer Auswertung mit den Ausbildern und Vorbereitung der Ausrüstung für den Folgetag gab es ein leckeres Abendessen. Am Abend dann erfolgte die jährliche Einweisung der Einsatzfahrer zum "Fahren mit Sonder- und Wegerecht" durch Achim Schrön, an der aber auch alle Interessenten teilnehmen konnten.
Als Belohnung für den anstrengenden Übungstag, verbrachten wir den Abend in geselliger Runde.

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück zu einer Komplexübung der besonderen Art: Mehrere Einsatzgruppen hatten die Aufgabe, entsprechend der jeweiligen Alarmierung zu einem komplexen Unfallgeschehen auszurücken und dort eine Teilaufgabe zu übernehmen oder sich ggf. entsprechend der Einsatzlage neu zu formieren.
Dazu wurden mehrere "Verletzte" (Mimen) im Bereich oberhalb der SBB-Hütte verteilt, die es zu finden und zu retten galt. Eine Verletzte lag im Mundlochbereich der Bennohöhle, zwei weitere Personen waren in der Umgebung zu finden. Außerdem war unter den eingeweihten Ausbildern abgesprochen, dass sich auch eine Kameradin während des Einsatzes so verletzt, dass sie ebenfalls versorgt werden muss.
Das Hauptthema war neben der Übung der technischen Elemente die „Kommunikation und Organisation in komplexen Einsatzszenarien“. Ein wenig erinnerte uns das Übungsszenario an die große Bergwacht-Komplexübung 2006, die im gleichen Gebiet stattfand und an der die Bergwachtbereitschaften aller sächsischen Abschnitte teilnahmen. Aber auch mit unseren 30 Kameraden und den Mimen war heute viel Personal im Übungsgebiet unterwegs.
Ohne vorherige Absprachen gelang es, trotz der beschränkten Anzahl an verfügbaren Funkgeräten, hier die Schwierigkeiten zu bewältigen. Diese wurden durch das Gelände vorgegeben und durch Glätte und Kälte noch verstärkt. Außerdem hatten wir den zu querenden Wormsbergweg, eigentlich ein befahrbarer Forstweg, kurzerhand umdeklariert in den zugefrorenen Wormsbergbach, dessen Eis nicht betreten werden konnte - somit war an dieser Stelle eine Seilbahn zu bauen. Im Tal konnten alle Verletzten schließlich an den Rettungsdienst übergeben werden.
Am zeitigen Nachmittag konnten wir diese Übung erfolgreich beenden und uns in der Hütte bei einem guten Mittagessen wieder aufwärmen. Die Auswertung erfolgte kurz und kritisch: Das Gute wurde hervorgehoben, das zu Verbessernde aber ebenfalls angesprochen. Von unseren Gästen vom THW Pinneberg verabschiedeten wir uns - sie hatten schließlich noch einen weiten Heimweg.

Neben dem Lern- und Übungseffekt hatten wir trotz des zurückgekehrten Winters auch eine Menge Spaß. Der Dank geht an die Organisatoren und an die Ausbilder, die diese gelungene Arbeitsübung mit viel Aufwand und Engagement vorbereitet hatten. Die neuen methodischen Elemente werden die Ausbilder in ihre Tätigkeit mit einbeziehen.
So vorbereitet gehen wir mit einem guten Gefühl in die Dienstsaison 2018.

Berg heil

Hartmut Simmert



18.03.2018 (Bergwacht)